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Wer einen Meisterbrief in der Tasche hat, stellt sich früher oder später die Frage: Ist das eigentlich gleichwertig mit einem Bachelorabschluss? Die Antwort lautet: Ja, zumindest im Sinne des Deutschen Qualifikationsrahmens. Seit der Überarbeitung des Berufsbildungsgesetzes im Jahr 2020 sind Industriemeister und vergleichbare IHK-Abschlüsse offiziell auf DQR-Niveau 6 eingestuft, demselben Niveau wie ein Bachelorstudium. Das hat konkrete Auswirkungen auf Studienzugang, Kreditanrechnung und Karrierechancen. Dieser Artikel erklärt, was das in der Praxis bedeutet.

Was bedeutet die Gleichstellung von Meister und Bachelor?

Die Gleichstellung von Meister und Bachelor bezieht sich auf die Einordnung beider Abschlüsse in den Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) auf Stufe 6. Der DQR ist ein nationales System, das Bildungsabschlüsse nach Kompetenzniveaus vergleichbar macht, unabhängig davon, ob sie auf dem akademischen oder dem beruflichen Bildungsweg erworben wurden.

Konkret bedeutet das: Ein geprüfter Industriemeister IHK, ein Logistikmeister IHK oder ein Technischer Fachwirt IHK stehen formal auf demselben Qualifikationsniveau wie ein Bachelorabschluss einer Fachhochschule oder Universität. Diese Einstufung ist seit dem 1. Januar 2020 mit der Novellierung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) gesetzlich verankert. Die neuen Abschlussbezeichnungen, etwa „Geprüfter Berufsspezialist“, „Bachelor Professional“ und „Master Professional“, machen diesen Anspruch nach außen sichtbar.

Wichtig zu verstehen: Es handelt sich nicht um eine vollständige rechtliche Gleichstellung mit einem Hochschulabschluss in allen Bereichen. Die Gleichwertigkeit gilt auf der Ebene des Qualifikationsniveaus, also der Komplexität und Tiefe der erworbenen Kompetenzen. Das reicht aber aus, um relevante Türen zu öffnen.

Kann ein Meisterbrief als Bachelor anerkannt werden?

Ein Meisterbrief kann nicht direkt als Bachelorabschluss anerkannt werden. Das sind zwei unterschiedliche Abschlüsse aus zwei unterschiedlichen Bildungssystemen. Was jedoch möglich ist: Hochschulen können auf Basis des Meisterbriefs Studienleistungen anrechnen und in manchen Fällen den Hochschulzugang ermöglichen.

Die Anerkennung eines Meisterbriefs als Bachelor im strengen Sinne findet also nicht statt. Was stattfindet, ist eine Anrechnung von Kompetenzen und Lernergebnissen auf ein Hochschulstudium. Viele Hochschulen erkennen an, dass Meisterabsolventen durch ihre Ausbildung und Berufspraxis bereits Inhalte beherrschen, die im Studium vermittelt werden. Diese Inhalte müssen dann nicht erneut absolviert werden.

Darüber hinaus eröffnet ein Meisterbrief in vielen Bundesländern den Zugang zu einem Hochschulstudium, auch ohne klassische Hochschulzugangsberechtigung. Die genauen Regelungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Hochschule, weshalb eine direkte Anfrage bei der jeweiligen Einrichtung sinnvoll ist.

Welche Vorteile bringt die DQR-Einstufung auf Niveau 6?

Die Einstufung auf DQR-Niveau 6 bringt mehrere konkrete Vorteile mit sich, die über die symbolische Gleichwertigkeit hinausgehen:

  • Europäische Anerkennung: Der DQR ist mit dem Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) verknüpft. Das bedeutet, dass ein IHK-Abschluss auf DQR-Niveau 6 auch im europäischen Ausland als Qualifikation auf Bachelor-Niveau eingestuft wird. Das erleichtert internationale Bewerbungen und Karriereschritte.
  • Gesellschaftliche Anerkennung: Die neue Abschlussbezeichnung „Bachelor Professional“ macht den Qualifikationsstand nach außen sichtbar und verständlich, auch für Arbeitgeber, die mit dem deutschen Berufsbildungssystem weniger vertraut sind.
  • Zugang zu weiterführenden Fortbildungen: Auf DQR-Niveau 6 aufbauend können Abschlüsse auf Niveau 7 angestrebt werden, etwa der Geprüfte Technische Betriebswirt IHK, der dem Niveau eines Masterabschlusses entspricht.
  • Kreditanrechnung an Hochschulen: Die DQR-Einstufung ist eine Grundlage dafür, dass Hochschulen Studienleistungen anrechnen, auch wenn die konkrete Entscheidung bei der jeweiligen Hochschule liegt.
  • Stärkere Verhandlungsposition im Betrieb: Ein Abschluss auf Bachelor-Niveau stärkt die Position bei Gehaltsverhandlungen und beim Streben nach Führungsverantwortung.

Wo kann man mit einem Meisterbrief studieren?

Mit einem Meisterbrief können Sie in vielen deutschen Bundesländern ein Hochschulstudium aufnehmen. Die gesetzlichen Grundlagen für den Hochschulzugang ohne klassisches Abitur wurden in den vergangenen Jahren in nahezu allen Bundesländern geschaffen. Die genauen Bedingungen variieren jedoch.

Grundsätzlich gilt: Wer einen anerkannten Meisterabschluss besitzt, kann sich in der Regel an Fachhochschulen und Universitäten bewerben. Einige Hochschulen verlangen zusätzlich ein Beratungsgespräch oder ein Probestudium. Andere ermöglichen den direkten Zugang.

Besonders offen für beruflich Qualifizierte sind Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften, da dort der Praxisbezug im Vordergrund steht. Technische Hochschulen bieten häufig Studiengänge an, die inhaltlich gut zu einem Industriemeister-Hintergrund passen, etwa Maschinenbau, Elektrotechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen.

Wer mit einem Meisterbrief studieren möchte, sollte sich direkt bei der gewünschten Hochschule über die geltenden Zulassungsvoraussetzungen informieren. Die Regelungen sind nicht bundesweit einheitlich.

Wie viele Studienleistungen kann man mit einem Meisterbrief anrechnen lassen?

Wie viele Studienleistungen auf Basis eines Meisterbriefs angerechnet werden, entscheidet jede Hochschule eigenständig. Es gibt keine bundesweit gültige Regelung, die eine feste Anzahl von Credit Points vorschreibt. Die Entscheidung liegt beim jeweiligen Prüfungsausschuss der Hochschule.

In der Praxis orientieren sich Hochschulen an den tatsächlichen Lerninhalten des Meisterlehrgangs. Fächer wie Betriebswirtschaftslehre, Rechtsbewusstes Handeln, Qualitätsmanagement oder Personalführung und -entwicklung sind typische Bereiche, in denen Überschneidungen mit Hochschulinhalten bestehen und eine Anrechnung möglich ist. Auch die Ausbildereignungsprüfung (AdA) kann unter Umständen angerechnet werden.

Manche Hochschulen haben bereits Kooperationsvereinbarungen mit IHKs oder Bildungseinrichtungen abgeschlossen und bieten standardisierte Anrechnungsmodelle an. Das spart Zeit und Aufwand. Wer einen Industriemeister Metall oder Elektrotechnik abgeschlossen hat, sollte bei der Wunschhochschule gezielt nach solchen Anrechnungsmöglichkeiten fragen und die Prüfungsordnung des jeweiligen Studiengangs einsehen.

Welche Förderung gibt es für eine Aufstiegsfortbildung zum Meister?

Die Aufstiegsfortbildung zum Industriemeister oder Logistikmeister lässt sich finanziell erheblich unterstützen. Das wichtigste Förderinstrument ist das Aufstiegs-BAföG (AFBG), das Absolventen einer Aufstiegsfortbildung einen Zuschuss zu den Lehrgangsgebühren von 50 Prozent gewährt. Wer die Prüfung besteht, kann zusätzlich 50 Prozent des verbleibenden Darlehens für Lehrgangs- und Prüfungskosten erlassen bekommen. Insgesamt sind damit Einsparungen von bis zu 75 Prozent der Gesamtkosten möglich.

Das Aufstiegs-BAföG steht grundsätzlich allen offen, die die Zulassungsvoraussetzungen der zuständigen IHK erfüllen. Auch Bachelorabsolventen, Studienabbrecher und Abiturienten können eine Förderung beantragen, sofern eine Zulassung zur Prüfung vorliegt. Die Förderung ist unabhängig vom Studenten-BAföG und wird auf jeder Qualifizierungsstufe des Deutschen Qualifikationsrahmens mindestens einmalig gewährt. Gefördert werden Lehrgänge mit mindestens 400 Unterrichtsstunden.

Wer seinen Hauptwohnsitz oder Beschäftigungsort in Niedersachsen hat, konnte bis Ende 2023 zusätzlich eine einmalige Weiterbildungsprämie von 1.000 Euro beantragen. Diese Prämie wurde nach bestandener Industrie- oder Fachmeisterprüfung ausgezahlt und nicht auf das Aufstiegs-BAföG angerechnet. Ob vergleichbare Landesprogramme in Niedersachsen oder anderen Bundesländern 2026 wieder aufgelegt werden, lässt sich direkt bei den zuständigen Stellen erfragen.

Neben dem Aufstiegs-BAföG besteht in vielen Fällen die Möglichkeit, Bildungsurlaub zu nutzen, um die Fortbildung zeitlich besser mit dem Beruf zu vereinbaren. Arbeitgeber können unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls Fördermittel beantragen, wenn sie die Qualifizierung ihrer Mitarbeitenden unterstützen.

Wie TEUTLOFF bei der Aufstiegsfortbildung zum Industriemeister unterstützt

Wir wissen, dass der Weg zum Meisterabschluss neben Beruf und Familie gut planbar sein muss. Deshalb haben wir unsere Angebote so gestaltet, dass Sie flexibel bleiben und trotzdem zielgerichtet vorankommen. Unsere Fortbildung zum Geprüften Industriemeister IHK bietet Ihnen konkrete Vorteile, die über den Unterricht hinausgehen:

  • Flexible Kursmodelle: Vollzeit, Teilzeit, schichtbegleitend oder als Speed-Schicht, wir passen uns Ihrem Alltag an, nicht umgekehrt.
  • Hybridunterricht: Sie entscheiden täglich neu, ob Sie online oder vor Ort teilnehmen, für maximale Planungssicherheit.
  • Ausbilderschein inklusive: Der AdA-Kurs ist ohne Aufpreis in unserer Fortbildung enthalten, Sie erwerben also zwei Qualifikationen in einem Lehrgang.
  • Unterstützung bei der IHK-Prüfungszulassung: Wir begleiten Sie durch den Zulassungsprozess und helfen bei der Antragstellung für das Aufstiegs-BAföG.
  • Anerkannte Abschlüsse: Die Prüfung legen Sie vor der IHK ab, der Abschluss ist deutschlandweit und europaweit anerkannt und auf DQR-Niveau 6 eingestuft.
  • Standorte in der Region: Wir sind in Braunschweig, Wolfsburg, Hannover, Köln und Saarlouis vertreten, mit modernen Werkstätten und digitalen Lernräumen.

Wenn Sie wissen möchten, welches Kursmodell zu Ihrer Situation passt und wie Sie die Förderung optimal nutzen können, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Nehmen Sie einfach Kontakt auf, wir beraten Sie persönlich, telefonisch oder per Videokonferenz.

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