Das Aufstiegs-BAföG

Was ist das Aufstiegs-BAföG?

Das Aufstiegs-BAföG...

Das Meister-BAföG - ab 01.08.2016 Aufstiegs-BAföG - ist eine Förderung nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG), welche von Bund und Ländern gemeinsam finanziert wird. Jeder, der über eine anerkannte abgeschlossene Berufsausbildung verfügt und eine Aufstiegsfortbildung absolvieren möchte, kann diese beantragen.

Es gibt keine Altersgrenze.

Neu ab dem 01.08.2016

Auch Bachelorabsolventen, Studienabbrecher oder Abiturienten können, bei Erfüllung der Voraussetzungen, eine AFBG- Förderung erhalten. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass eine Zulassung seitens der zu prüfenden Stelle (z.B. IHK) für die entsprechende Aufstiegsfortbildung vorliegt.

Der mögliche Erlass des restlichen Darlehens für die Lehrgangs- und Prüfungskosten bei Bestehen der Prüfung wird von 25 auf 40 Prozent erhöht.

 

Wer und was wird gefördert?

Voraussetzung ist, dass der Antragsteller noch kein Meister-BAföG bzw. Aufstiegs-BAföG bezogen hat und keine Qualifikation besitzt, die der angestrebten Fortbildung mindestens gleichwertig ist (z. B. einen Hochschulabschluss auf Master- Niveau).

Gefördert werden Lehrgänge mit mindestens 400 Unterrichtsstunden. Dazu gehören beispielsweise folgende Aufstiegsfort- und Weiterbildungen (m/w):

  • zum staatlich geprüften Techniker Fachrichtung Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Automotive Engineering oder Industrial Engineering
  • zum staatlich geprüften Techniker Fachrichtung Maschinentechnik mit dem Schwerpunkt Automotive Engineering oder Industrial Engineering
  • zum geprüften Industriemeister Fachbereich Metall IHK
  • zum geprüften Industriemeister Fachbereich Elektro IHK
  • zum geprüften Wirtschaftsfachwirt IHK
  • zum geprüften Technischen Fachwirt IHK
  • zum geprüften Technischen Betriebswirt IHK
  • zum geprüften Logistikmeister IHK
  • zum geprüften Betriebswirt IHK

Der Maßnahmebeitrag bei Lehrgängen in Teilzeitform (Lehrgangs- und Prüfungsgebühren) wird einkommens- und vermögensunabhängig gewährt.

Bei Lehrgängen in Vollzeitform kann zusätzlich ein Unterhaltsbeitrag zum Lebensunterhalt gewährt werden; dieser wird einkommens- und vermögensabhängig geleistet.

Wie hoch ist die Förderung?

Für alle Lehrgänge gilt, dass die Lehrgangsgebühren gefördert werden. IHK- Prüfungsgebühren und die Gebühren für den einwöchigen Bildungsurlaub vor dem Techniker-Examen können mittels eines separaten Antrags ebenfalls gefördert werden. Die Förderung setzt sich aus einem zinsgünstigen Darlehen in Höhe von 60% und einem Zuschussanteil in Höhe von 40% zusammen. Wird die Abschlussprüfung bestanden, werden auf Antrag bis zu weiteren 40% des zu diesem Zeitpunkt noch nicht fällig gewordenen Darlehens für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren erlassen.

Meister-BAföG

40% Zuschuss (nicht zurückzuzahlen)

60% Darlehensbetrag

Meister-BAföG Prüfung

Nach bestandener Prüfung:

40% Erlass auf das zu diesem Zeitpunkt noch nicht fällig gewordene Darlehen

Beispielrechnungen

Geprüfter Industriemeister Metall IHK inkl. Ausbildereignung Abend-, Teilzeit-, Schichtform

Lehrgangsgebühren5.490,00 €
zzgl. Prüfungsgebühren (IHK Braunsweig)630,00 €
Gesamt6.120,00 €
6.120,00 €
abzgl. Zuschuss I (40%)2.448,00 €
Darlehen3.672,00 €
abzgl. Zuschuss II (40%) nach
bestandener Abschlussprüfung
1.468,80 €
zurückzuzahlendes Darlehen2.203,20 €

 

Geprüfter Wirtschaftsfachwirt IHK in Abend- bzw. Teilzeit- oder Vollzeitform

Lehrgangsgebühren3.450,00 €
zzgl. Prüfungsgebühren (IHK Braunsweig)460,00 €
Gesamt3.910,00 €
3.910,00 €
abzgl. Zuschuss I (40%)1.564,00 €
Darlehen2.346,00 €
abzgl. Zuschuss II (40%) nach
bestandener Abschlussprüfung
938,40 €
zurückzuzahlendes Darlehen1.407.60 €

 

Staatlich geprüfte/r Techniker/-in, Teilzeit oder Vollzeit in Braunschweig

Lehrgangsgebühren                                     6.240,00 €
Darlehen6.240,00 €
abzgl. Zuschuss I (40%)2.496,00 €
3.744,00 €
abzgl. Zuschuss II (40%) nach
bestandener Abschlussprüfung
1.497,60 €
zurückzuzahlendes Darlehen2.246,40 €

 

Staatlich geprüfter Techniker, Schichtform in Wolfsburg

Lehrgangsgebühren                 9.360,00 €
Darlehen9.360,00 €
abzgl. Zuschuss I (40%)3.744,00 €
5.616,00 €
abzgl. Zuschuss II (40%) nach
bestandener Abschlussprüfung
2.246,40 €
zurückzuzahlendes Darlehen 3.369,60 €

Aufstiegs-BAföG bei Lehrgängen in Vollzeitform

Der Beitrag zum Lebensunterhalt wird ausschließlich bei Lehrgängen in Vollzeitform zusätzlich gewährt, und zwar einkommens- und vermögensabhängig. Der Unterhaltsbedarf besteht aus einer Zuschuss- und Darlehenskomponente und orientiert sich an der Familiengröße. Die Bedarfssätze im Rahmen des Aufstiegs-BAföG`s ab dem 01.08.2016 betragen:

768,00 € für Alleinstehende ohne Kind

1.003,00 € für Verheiratete ohne Kind

1.238,00 € für Verheiratete/eingetragene Lebenspartner mit einem Kind

1.473,00 € für Verheiratete/eingetragene Lebenspartner mit zwei Kindern

Die Bedarfssätze gelten bei Kranken- bzw. Pflegeversicherungsbeiträgen ab 86 Euro.

 

Der Unterhaltsbeitrag:

Wenn Sie Ihre Meisterqualifikation durch eine Vollzeitmaßnahme erwerben möchten, können Sie einen Beitrag zum Lebensunterhalt beantragen. Die Höhe des Beitrages richtet sich nach Ihrem Einkommen und Vermögen. Auch Kinder und Ehepartner werden miteinbezogen und für die Festlegung des Betrages beachtet.

Der Maßnahmebeitrag:

Unabhängig davon, ob Sie sich für eine Maßnahme in Vollzeit oder Teilzeit entschieden haben - Sie können Ihre Kosten für den Lehrgang und die Prüfungen durch das Meister-BAföG finanzieren lassen. Hierfür beantragen Sie einen so genannten Maßnahmebeitrag. Im Gegensatz zum Unterhaltsbeitrag richtet sich die Höhe des Maßnahmebeitrages nicht nach Ihrem Einkommen und Vermögen. Die genauen Kosten für einen Meisterlehrgang und die abschließenden Prüfungen können variieren. Zum einen richtet sich der anfallende Gesamtbetrag nach der jeweiligen Fachrichtung, in der Sie Ihren Titel erwerben möchten. Zum anderen unterscheiden sich die Gebühren auch nach der jeweiligen ortsansässigen IHK. Der Maßnahmebeitrag wird zu 40% direkt bezuschusst. Diesen Anteil müssen Sie nicht zurückzahlen. Bei den restlichen 60% handelt es sich um ein zinsgünstiges Darlehen, das sich auf Antrag nach bestandener Abschlussprüfung nochmals um 40% reduziert. Der restliche Betrag ist von Ihnen zurückzuzahlen.

Welches sind die Konditionen des Darlehens?

Der Darlehensvertrag wird mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) geschlossen. Die Antragsstellung erfolgt bei allen Personen, die in Niedersachsen wohnen, bei der NBank. Während der Fortbildung und einer anschließenden zweijährigen Karenzzeit, insgesamt maximal sechs Jahre, ist das Darlehen zins- und tilgungsfrei. Danach wird es mit einem günstigen Zinssatz verzinst. Innerhalb von zehn Jahren nach Beginn der Tilgungspflicht ist das Darlehen zurückzuzahlen.

Die monatliche Tilgungsrate beträgt mindestens 128,-- €. Der variable Sollzinssatz für die Rückzahlung des Darlehens, Stand 31.07.2017, beträgt 0,84%. Der Zinssatz wird zweimal jährlich angepasst.

 

Wie lange wird die Förderung geleistet?

Vollzeitmaßnahmen werden bis zu 24 Monate, Teilzeitmaßnahmen werden bis zu 48 Monate gefördert. In besonderen Härtefällen ist eine Verlängerung um 12 Monate möglich. Der jeweilige Lehrgang muss bei der Vollzeitform in 36 Monaten, in Teilzeitform in 48 Monaten abgeschlossen sein.

Aufstiegs-BAföG beantragen

Wann muss die Förderung beantragt werden?

Der Maßnahmebeitrag muss spätestens bis zur ersten Prüfung beantragt werden bzw. der zuständigen Stelle vorliegen. Bei Vollzeitlehrgängen muss die Beantragung vor Beginn der Weiterbildung erfolgen. Er wird auch rückwirkend gewährt.
Der Unterhaltsbeitrag wird nicht rückwirkend gezahlt, deshalb sollte er vor Maßnahmebeginn der zuständigen Stelle vorliegen. Die Förderung beginnt ab Maßnahmebeginn, frühestens jedoch ab dem Antragsmonat.

Wo muss die Förderung beantragt werden?

Die Förderanträge müssen an die zuständigen Stellen gerichtet werden. Die Zuständigkeit richtet sich nach Ihrem ständigen Wohnsitz. In Niedersachsen stellen Sie Ihren Antrag an die NBank, Günther-Wagner-Allee 12-16, 30177 Hannover.
Die zuständigen Stellen für andere Bundesländer sind beispielsweise die kommunalen Ämter für Ausbildungsförderung bei den Kreisen und kreisfreien Städten.

Sie können die zuständigen Antragsstellen hier einsehen.


Wenn Sie das Austiegs-BAföG für eine unserer Aufstiegsfortbildungen beantragen möchten, unterstützen wir Sie gern. Sprechen Sie uns dazu einfach an. Sie erreichen uns in Braunschweig unter 0531/80905-28, in Salzgitter unter Tel. 05341/8306-11 und in Wolfsburg unter der Tel. 05361/8811-75 (IHK-Bereich) sowie unter 05361/8649604 (Technikerschule).

Welche Formulare und Unterlagen müssen eingereicht werden?

Welche Formulare für einen Antrag auf Aufstiegs-BAföG von Ihnen eingereicht werden, hängt vom Einzelfall ab. Grundsätzlich werden mindestens benötigt:

  • Formblatt A (Antrag, auszufüllen vom Teilnehmer)
  • Formblatt B (Bescheinigung, auszufüllen vom Bildungsträger)
  • Anlage zum Formblatt B, ab 01.08.2016 Formlatt Z (Bestätigung der Zulassungsvoraussetzungen, auszufüllen von der zuständigen Prüfungsstelle)

Wenn Sie dem Antrag einen aktuellen Lebenslauf beifügen, brauchen Sie die Zeilen 41 bis 45 auf dem Formblatt A nicht auszufüllen.